
Sitzbeschwerden auf dem Fahrrad? Das kannst du tun.
Saisonstart und dann gleich Sitzbeschwerden! Dafür gibt es viele Gründe, aber auch einige Methoden, dieses Problem abzuschaffen oder zumindest zu lindern.
Sitzbeschwerden auf dem Fahrrad gehören zu den Hauptproblemen beim Radfahren, hier sind alle Biker gleich betroffen. Egal ob Sportler oder Freizeitradler, Frau oder Mann, Sitzprobleme betreffen alle, die sich in den Sattel schwingen. Rund 60 % aller Zweiradnutzer klagen über Sitzbeschwerden, der Rest hat Glück oder ignoriert den Schmerz einfach. Doch was, wenn es nicht nur beim Schmerz bleibt, sondern sich aus den Sitzbeschwerden noch mehr entwickelt. Anhaltende Druckbeschwerden, wunde Stellen oder sogar ein Abszess sind oft das frühzeitige Saisonaus.
Nur drei Kontaktflächen gibt es vom Biker zum Rad, Lenker, Pedale und Sattel. Das Gesäß muss nur auf sehr kleiner Sitzfläche einen Großteil des Gewichts tragen. Die hohe Druckbelastung, die Reibung und das feuchte Klima sind der optimale Nährboden für Probleme.
Doch woher kommen die Po-Schmerzen und Probleme an der Sitzfläche?
Besonders bei langen Touren oder zum Beginn der Saison werden die Haut, die Sitzknochen und der Dammbereich sehr belastet. Bei schlechtem Wetter oder bei starker Hitze kommt dann noch Feuchtigkeit ins Spiel die wiederum die Haut aufweichen und Entzündungen begünstigen.
Wer kennt das nicht, nach den Wintermonaten kommt der Schmerz direkt bei den ersten Ausfahrten? Dieser ist aber meist unproblematisch. Die Knochenhäute, die Muskulatur und der Sitzknochen müssen sich erst wieder an den Druck im Sattel gewöhnen. Nach den ersten Ausfahrten hat sich der Hintern an den Sattel gewöhnt, nach einigen Wochen sollte man dann aber keine Beschwerden mehr haben. Wichtig nach der langen Winterpause solltest du nach jeder Ausfahrt ein oder zwei Tage pausieren, damit das Gesäß und die Sitzknochen ausreichend Zeit zur Regeneration haben, bevor die nächste Belastung kommt.
Taubheitsgefühle im Genitalbereich und Brennen beim Wasserlassen sind extrem unangenehme Begleiterscheinungen beim Radfahren.
Sie resultieren aus zu hohem Druck im Dammbereich. Diese Probleme, resultieren oft aus falscher Satteleinstellung, zu schmalen Sätteln oder falscher Kleidungswahl. Hier kann ein Blick eines Experten im Rahmen Bike-Fittings nicht schaden. Vom Fitter erhältst du dann schnell Feedback, ob dein Sattel zu dir und deinem Fahrstil passt oder nicht. Wer sich diesen Gang zunächst sparen möchte, sollte allerdings die richtige Sattelneigung (Grundposition ist die Waagerechte) prüfen.
Sattelhersteller im Vergleich & maßgefertigte Lösungen
Sattelbreite passend zum individuellen Sitzknochenabstand. Marken wie Ergon, Specialized, SQlab oder maßgefertigte 3D-Sättel von Fingerprint helfen bei der Beseitigung der Sitzbeschwerden. Experten und Ergonomie-Berater bieten Sitzhöcker-Vermessungen zur Bestimmung der richtigen Sattelwahl und zur Linderung der Beschwerden an. Hierzu eignet sich am besten die Schlechtwetterzeit, um die „Untersuchungen“ anzugehen, so kann man mit der optimierten Position und dem angepassten Sattel in die neue Saison starten.
Durch die ersten langen und schweißtreibenden Einheiten am Saisonstart, vielleicht noch im Regen oder bei Dreck, entstehen schnell wunde Stellen. Durch die enthaltenen Salze im Schweiß wird die Haut zusätzlich gereizt. Richtig schwierig und unangenehm wird es, wenn eine Entzündung entsteht. Diese Entzündung kann sich dann zu einem Abszess entwickeln, der nicht selten operativ entfernt werden muss.
Druckschmerzen und Taubheitsgefühle und Entzündungen vermeiden
- Sattelposition feinjustieren: Experimentiere mit minimalen Veränderungen der Sattelposition (vor/zurück). Oftmals kann schon eine kleine Anpassung große Unterschiede machen. Achte darauf, dass dein Becken beim Radfahren stabil ist und nicht hin und her wackelt.
- Fahrrad-Setup überprüfen: Die gesamte Ergonomie deines Fahrrads spielt eine Rolle. Überprüfe die Position des Lenkers und die Reichweite zu den Bremshebeln. Eine professionelle Fahrradanpassung kann hier sehr hilfreich sein.
- Pausen einlegen: Bei längeren Fahrten sind regelmäßige Pausen wichtig. Steige ab, bewege dich und dehne dich, um die Durchblutung zu fördern.
- Richtige Fahrtechnik: Eine gleichmäßige Trittfrequenz und ein runder Tritt können helfen, Druckspitzen zu vermeiden. Übe das Fahren im Wiegetritt.
- Materialauswahl: Achte auf Atmungsaktive Materialien bei der Wahl der Radbekleidung. Bei länger dauernden Touren kann es von Vorteil sein mehrer Radhosen zur Verfügung zu haben.
- Hautpflege: Nach dem Radfahren solltest du die Haut im Gesäßbereich gründlich reinigen und pflegen. Bei empfindlicher Haut können milde, pH-neutrale Reinigungsmittel helfen.
- Beckenbodentraining: Ein starker Beckenboden kann die Stabilität im Sattel verbessern und Druckstellen reduzieren.
- Ernährung und Hydration: Eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützen die Regeneration des Körpers.
- Bei anhaltenden Beschwerden: Wenn die Beschwerden trotz aller Maßnahmen nicht besser werden, solltest du einen Arzt oder einen Fachmann für Sportmedizin aufsuchen.